AI ist für Manager, nicht für Leader
Warum KI ein exzellenter Manager, aber kein Leader ist
Künstliche Intelligenz (KI/AI) revolutioniert die Art und Weise, wie wir arbeiten, doch sie hat Grenzen. Während AI Daten analysiert, Prozesse optimiert und Entscheidungen auf Basis von Fakten trifft, fehlt ihr etwas Entscheidendes: die Fähigkeit, Menschen zu inspirieren, Visionen zu vermitteln und echte Führung zu zeigen.
KI und der Manager: Wo’s glänzt
Vor einigen Monaten hatten ich ein Gespräch mit einem noch recht frisch gebackenen Manager. Er erzählte mir doch recht begeistert darüber, dass er vor kurzem einen Kurs gemacht hat, wie man als Manager AI einsetzt und hätte sich darauf hin gleich noch zu zwei weiteren Kurses angemeldet. Hauptsächlich ginge es darum, wie man seine Meetings besser vorbereitet, Emails schreibt und sein Mitarbeiter managed. Genau in der Reihenfolge bin ich zunehmend skeptischer geworden. Bei letzterem wollte ich wissen wie er das so anwendet. Bei seiner Ausführung darüber wie er die 1:1s, Team Meetings und “Kaffemaschinen”-Gespräche in die AI Füttert um dan hinweise zu bekommen, was er tun sollte, wie er gesagtes zu interpretieren hat und wie er seine Kommunikation gestalten sollte; wurde mir ehrlich gesagt schlecht.
KI ist unschlagbar, wenn es um Effizienz, Skalierbarkeit und datenbasierte Entscheidungen geht.
Ein paar “Stärken” kurz aufgelistet:
Datenanalyse in Echtzeit: KI verarbeitet riesige Mengen an Daten und erkennt Muster, die Menschen übersehen würden.
Prozessoptimierung: Sie automatisiert repetitive Aufgaben und spart Zeit bspw. von der Produktionsplanung bis zur Überarbeitung von Kundenkommunikation.
Objektive Entscheidungen: Freie von emotionalen Verzerrungen trifft KI Entscheidungen, bzw. gibt Handlungsempfehlungen auf Basis von Fakten und Algorithmen.
24/7-Verfügbarkeit: Kein Mensch kann rund um die Uhr arbeiten, KI schon. (Zumindest so lange es die Kreditkarte zulässt)
Was KI nicht kann, ist, den Menschen zu lesen (noch nicht, und ja das kann man lang und breit diskutieren, aus der Schreibweise/Ton usw. kann eine KI schon ablesen, ob jemand genervt ist oder glücklich etc.). Vor allem nicht aus der subjektiven Wahrnehmung einer unerfahrenen Führungskraft.
KI ist meiner Meinung nach auch nicht geeignet, Kommunikation alleine zu gestalten, so wie es gerade in vielen YouTube-Videos und Trittbrettfahrer-Schulungen vorgekaut wird. Zum einen reduziert es das eigene Sachverständnis von dem, was passiert, zum anderen kommen wir am Ende in einen KI-generierten Mail-Train. Würde man dann jemanden im Verteiler fragen, um was es geht, gäbe ich Brief und Siegel darauf, sie wissen es nicht.
KI ist dafür da, DINGE zu managen, nicht Menschen!
KI und Leadership: Wo’s scheitert
Führung ist mehr als Effizienz.
Wer führt, arbeitet mit Menschen. Wer führt, ist verantwortlich für Ideen, Visionen, Inspirationen und dafür, Dinge möglich zu machen. Wer führt, managt auch oft: Projekte, Aufgaben, finanziellen Erfolg etc.
Doch es gibt einen Unterschied zwischen Mitarbeitern zu führen und deren Aufgaben und Tätigkeiten zu managen. Echtes Leadership erfordert Eigenschaften, die KI (noch) nicht replizieren kann:
Empathie und emotionale Intelligenz: Menschen führen bedeutet, Ängste zu verstehen, Motivation zu wecken und Vertrauen aufzubauen. KI kann Stimmungen analysieren, künstlichen Zuspruch bieten, aber nicht echte Verbundenheit schaffen.
Vision und Inspiration: Leader malen ein Bild der Zukunft, das Teams begeistert. KI kann Trends vorhersagen, aber keine emotionale Bewegung auslösen.
Ethik und Werte: Führungskräfte treffen Entscheidungen nicht nur auf Basis von Daten, sondern auch von Moral und Intuition. KI handelt innerhalb ihrer Programmierung, Richtlinien und Vorgaben, sie hat kein Gewissen. (egal wie viel sich der Papst damit beschäftigt)
Kreativität und Innovation: Echte Durchbrüche entstehen oft durch unkonventionelles Denken, etwas, das KI nur begrenzt nachahmen kann.
In einer Krise brauchen Mitarbeiter nicht nur klare Anweisungen, sondern auch Sicherheit und Orientierung. Eine KI könnte zwar Handlungsanweisungen geben – aber sie kann keinen echten Trost spenden oder ernst gemeinten Mut machen.
Nicht jeder Manager ist eine Führungskraft, aber jede Führungskraft muss auch managen
Manchmal beschäftigt einen ein Mitarbeiter über Tage hinweg. Oder wenn jemand gesundheitliche Probleme hat, versucht man herauszufinden, wie man diese Person am besten unterstützen kann.
Die Rolle der Führungskraft im Zeitalter der KI
KI wird nicht mehr verschwinden, ganz im Gegenteil: Sie wird immer “mächtiger“ und allgegenwärtiger. Doch statt uns zu fragen, ob KI uns ersetzen wird, sollten wir uns fragen: Wie können wir mit KI arbeiten, um effizienter zu managen und dadurch mehr Zeit fürs Leader sein zu haben?
KI ist ein Werkzeug
KI ist kein Ersatz für das, was als Manager und/oder Leader getan werden muss. Und sollte die KI dies erfolgreich tun, dann ist die Rolle selbst obsolet. Nutzt KI, um Daten zu analysieren, um Informationen aus vielen Systemen aggregieren zu lassen: eine tägliche Summary anstehender Termine, unbeantworteter E-Mails und Aufgaben. Alles, was euch in eurer Arbeit hilft, mehr zu entlasten, diese schneller und effizienter zu erledigen und Prozesse effektiver zu gestalten.
Aber behaltet das Führen von Mitarbeitern in der Hand und nicht im Prompt.
Arbeitet an euren Soft Skills
Für jeden Copilot-Kurs, How-to-Prompt-Engineer und “Wie werde ich ein besserer Manager mit KI?“ solltet ihr auch gleichzeitig eine professionelle Soft-Skill-Schulung oder sogar Coaching buchen. KI liefert euch harte Fakten.
Aber es liegt an euch, Empathie, Kreativität und emotionale Intelligenz an den Tag zu legen. Diese lassen sich nur leider nicht für 9.99€ auf Udemy kaufen. Dafür braucht es Zeit, Möglichkeiten (Erfahrungen zu sammeln) und Offenheit. Sucht euch dazu ein professionelles Coaching oder, wenn möglich, einen Mentor.
Zu viel KI, wird euch schaden
Zum einen bekommen es die Wenigsten hin, einen kontinuierlichen Kontextwechsel zu haben. Je mehr KI wir einsetzen, desto mehr Kontextwechsel haben wir und desto energiefressender wird es sein, seine Arbeit zu erledigen. Gleichzeitig bedeutet viel KI auch, dass ihr viel kontrollieren müsst, ansonsten leidet eure Reputation darunter. Und “das war die KI” ist keine gute Ausrede. Ich sehe es leider schon heute, dass viel zu viel oberflächliches Yadda produziert wird.
Zum anderen, leidet eure Kommunikation mit euren Mitarbeitern darunter. Wenn ihr schon keine persönliche Zeit in die Kommunikation investiert, welchen Wert schreibt ihr euren Mitarbeitern also zu? Dieser Bruch in der Vertrauensbasis ist nur der erste Schritt, damit am Ende euch keiner mehr ernst nimmt.
Leadership und Management in der Zukunft
KI ist ein starker Manager aber kein Leader. Die besten Führungskräfte der Zukunft werden diejenigen sein, die die Stärken der KI nutzen und gleichzeitig ihre eigenen, einzigartig menschlichen Fähigkeiten ausbauen.
Für jede Kompetenz, die ihr auf KI-Seite aufbaut, müsst ihr euch auch persönlich weiterentwickeln. Ihr müsst in der Lage sein, mit beiden Seiten zu jonglieren.
Wo siehst du in deinem Berufsalltag die größten Chancen und die größten Grenzen von KI in der Führung?



